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US-Reaktionen auf Wahlen in
Spanien, Morgenjournal, 16.3.2004
Dass Praesident Bush beim ersten Telefongespraech mit seinem neuen spanischen
Gegenueber Zapatero die Frage der spanischen Truppen im Irak gar
nicht angesprochen hat, dass ist diplomatische Hoeflichkeit. Und es passt
zur demonstrativen Gelassenheit, mit der das offizielle Washington nach
aussen auf den ueberraschenden Machtwechsel in Madrid reagiert. Man hoffe
weiter auf gute Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus, heisst
es aus dem Weissen Haus.Im Fernsehen ist dagegen von Schockwellen weit
ueber den Atlantik, einem tiefen Sprung im Buendnissystem im Irak und
dem bevorstehenden Abzug der spanischen Truppen die Rede.Aznar war neben
Tony Blair die wichtigste Saeule in der Buendnispolitik des Praesidenten.
Ohne die Unterstuetzung der Oeffentlichkeit war es ein
bruechiges Buendnis, die spanischen Waehler haben ihm nun den Todesstoss
versetzt, hoert man in den Kommantaren. Die spanischen Wahlen waren ein
Referendum ueber die gemeinsame Irakpolitik von Bush und Aznar, so der
Politikwissenchaftler Ivo Daalder,
und die ist durchgefallen. Die Naehe zu Amerika werde in Zeiten des Terrorismus
nicht als Schutz,
sondern als Gefahr gesehen. Einige Europaer glauben, die beste Verteidigung
gegen die Terroristische
Bedrohung, sei groessere Distanz zu den USA, urteilt verbittert der Politikwissenschaftler
Robert Kagan.
Wenn Spanien seine Truppen tatsaechlich abzieht, dann koennte es einen
Dominoeffekt geben und andere koennten folgen, heisst es warnend. Noch
hofft die amerikanische Regierung, dass die neue Fuehrung in Spanien vielleicht
durch eine neue UNO- Resolution umgestimmt werden kann. Aber die internationalen
Rahmenbedingungen haben sich auf jeden Fall dramatisch veraendert. In
der UNO in New York waren die spanischen Diplomaten bemueht
zerschlagenes Porzellan wieder gutzumachen: in der Vorwoche hatte die
Regierung Aznar mit viel Druck eine UNO-Sicherheitsratsresolution bewirkt,
in der usdruecklich die ETA fuer die Anschlaege verantwortlich gemacht
wurde. Man habe damals im guten Glauben gehandelt, heisst es jetzt entschuldigend,
jetzt laegen eben neue Informationen vor.
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