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US-UNO-Botschafter zu Georgienkrise,
ZiB 1, 23.8.2008
Der Viertageskrieg zwischen
Georgien und Russland hat zu einer schlagartigen Verschlechterung in den
Beziehungen zwischen den USA, der Europäischen Union und der Regierung
in Moskau geführt. Eine Einigung im UNO-Sicherheitsrat erwies sich
bisher als unmöglich, weil Russland die vom Westen geforderte Garantie
für die territoriale Integrität Georgiens nicht geben will.
Bei einem Besuch des Europäischen Forums in Alpbach zeigt sich der
amerikanische UNO-Botschafter Zalmay Khalilzad trotzdem zuversichtlich,
dass es nicht zu einem neuen Kalten Krieg kommen wird.
Die russischen Truppen haben sich aus den größten Teilen Georgiens
zurückgezogen.
Von den Tiroler Alpen aus zeichnet der amerikanische UNO-Botschafter Zalmay
Khalilzad erstmals die Möglichkeit einer Überwindung der Krise.
"Natürlich, jetzt wird ein stabiler Kaukasus wieder möglich.
Internationale Streitkräfte sollten jene russischen Friedenstruppen
ersetzen, die Teil des Konflikts gewesen sind. Das könnten Europäische
Einheiten sein, EU-Truppen oder UNO-Friedenssoldaten."
Seit Wochen war in New York der UNO-Sicherheitsrat durch scharfe Gegensätze
blockiert. An ein Comeback des Kalten Krieges glaubt Khalilzad trotzdem
nicht.
"Nein, wir gehen nicht zurück zum Kalten Krieg, die Welt hat
sich verändert.
Aber wir machen uns Sorgen in welche Richtung Russland geht. Zeigt Georgien,
dass Russland sich zu seinem alten Imperium zurücksehnt? Wird es
bei dieser Überbetonung militärischer Mittel bleiben?"
In der Mitte des Kalten Krieges ist Österreich frei und neutral geworden.
Russen und Amerikaner zogen ab. Wäre das ein Modell für Georgien?
"Die Neutralität hat Sinn gemacht wie es zwei einander feindlich
gegenüberstehende Bündnisse gegeben hat. Das demokratische Georgien
will Teil des Westens werden, da kann man doch nicht nein sagen. Schließlich
gibt es heute die Blöcke nicht mehr, deretwegen Österreich damals
neutral wurde."
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