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USA ermutigen
Genfer Nahost-Friedensabkommen, Morgenjournal, 5.12.2003
Mit deutlichen Worten hatte
sich die Regierung in Jerusalem jede
Unterstuetzung fuer den alternativen Friedensplan verbeten, den
Sharonkritische Israelis vergangene Woche mit palaestinensischen Vertretern
in Genf geschlossen haben. Verhandlungen zu fuehren, das ist Aufgabe
gewaehlter Regierungen, liess ein Sprecher Ariel Sharons die Freunde in
aller Welt wissen, alles andere sei eine ungerechtfertigte Einmischung
in
die israelische Innenpolitik.
Aber seit Jossi Beilin und Yassir Abbed Rabbo, die beiden bekanntesten
Autoren des symbolischen israelisch-palaestinensischen Kompromisses
zwischen Israelis und Palaestinensern, in Washington sind, wird nicht
nur
das Medieniniteresse jeden Tag groesser. Fernsehen und Radio wollen wissen,
wie denn das gehen kann, die geplante Teilung der Heiligen Staedten in
Jerusalem und ein Kompromiss beim Rueckkehrrecht der palaestinensischen
Fluechtlinge.
Auch Aussenminister Collin Powell hat ganz offiziell zum Gespraech
geladen. Und wer meinte, es handle sich dabei vielleicht um einen
Alleingang des umsichtigen Diplomaten, den lehrte gestern der Praesident
selbst eines Besseren.
Wir schaetzen es, wenn man ueber Frieden spricht, stellte sich George
Bush
hinter seinen Aussenminister. Der Genfer Friedensplan sei ein nuetzliches
Unternehmen, solange er sich an die sogenannte Road Map der amerikanischen
Nahostdiplomatie haelt, die ein Ende der Gewalt und einen
Palaestinenserstaat vorsieht. Die Autoren des von der Regierung Sharon
so
scharf verurteilten Abkommens werden heute in Washington zusaetzlich
nicht nur mit Nahostexperten des Weissen Hauses zusammenkommen, sondern
auch mit dem Stellvertretendem Verteidigungsminister Paul Wolfowitz ,
der
als aussenpolitischer Hardliner der Regierung gilt.
Es ist eine demonstrativ freundliche Aufnahme fuer Kritiker der
israelischen Regierung und gleichzeitig auch ein klares Zeichen der
amerikanischen Unzufriedenheit mit dem unbeweglichen Kurs Ariel Sharons.
Erst vor wenigen Wochen hat die amerikanische Regierung Kreditgarantien
fuer Israel in Millionenhoehe gestrichen, weil die Regierung in Jerusalem
am Bau der Sicherheitsbarriere auf palaestinensischem Gebiet festhaelt,
der von Washington abgelehnt wird.
Fuer die Autoren des alternativen Friedensplanes waere ein amerikanischer
Segen ein unschaetzbarer Gewinn. Geht es ihnen doch darum sowohl die
israelische als auch die palaestinensische Oeffentlichkeit davon zu
ueberzeugen, dass auch in den schwierigsten Fragen ein Kompromiss zwischen
den Voelkern moeglich ist. Negative Reaktionen gibt es dagegen im
amerikanischen Kongress: der republikanische Mehrheitsfuehrer im
Repraesentatenhaus meint, es sei gefaehrlich palaestinensischen
Terrorismus und israelische Selbstverteidigung auf eine Stufe zu stellen.
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