Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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USA zu Libanonkrise, MiJ, 20.7.2006

Condoleeza Rice, die amerikanische Aussenministerin, wird zwar heute bei den Vereinten Nationen in New York erwartet. Und UNO-Generalsekretaer Kofi Annan will dem Sicherheitsrat ueber die dramatische Situation im Nahen Osten berichten. Aber die USA haben es offensichtlich ganz und gar nicht eilig. Unisono betonen die Sprecher, im Weissen Haus ebenso wie im State Department, es liege an Hesbollah den Konflikt zu beenden. Die schiitische Untergrundorganisation muss den Beschuss Israels einstellen und die gefangenen israelischen Soldaten freigeben. Erst danach sei an einen Waffenstillstand zu denken. Hisbollah setzt seine Angriffe auf Israel jedoch unvermindert fort, ebenso wie Israel die Attacken auf den Libanon.
Offiziell bestaetigt niemand in Washington, was die New York Times aus guter Quelle in Erfahrung gebracht haben will: dass Israel von den USA gruenes Licht fuer eine Fortsetzung der Angriffe waehrend einer zweiten Woche erhalten hat. Schliesslich sind die USA ebenso wie Israel an einer maximalen militaerischen Schwaechung von Hesbollah interessiert. Eine voellige Entwaffnung aller Hesbollahkaempfer werde wahrscheinlich nicht moeglich sein, dass hat laut New York Times auch Israel eingesehen.
Im Augenblick gibt es daher auch keine genauen Angaben wann Condoleeza Rice in den Nahen Osten reisen wird und wenn sie dort treffen will. Sie bricht erst dann auf, wenn die Bedingungen reif sind, heisst es immer wieder. Nachdem die amerikanische Aussenministerin anders als ihre Vorgaenger in vergleichbaren Situationen nicht direkt mit der syrischen Regierung sprechen will und natuerlich auch keine Gespraechsbasis zur der Terroristenorganisation geltenden Hesbolla hat bleiben eigentlich nur Jerusalem und moeglicherweise die Regierung in Beirut als Adressaten.
Die Solidaritaet mit Israel ist in den USA auf jeden Fall ungebrochen: In Washington haben sich beide Haeuser des Kongresses nahezu einstimmig ?? hinter die israelische Regierung gestellt.
Anders als in Washington gilt bei den Vereinten Nationen in New York die Forderung nach einem Waffenstillstand durchaus als aktuell. Es kursieren Plaene wie mit internationaler Unterstuetzung die libanesisch-israelische Grenze besser zu sichern waere und welche Rolle dabei internationale Truppen spielen koennten. Aber bis die Waffen schweigen, was fuer die unmittelbare Zukunft niemand erwartet, werden das vage Konzepte bleiben.

 

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