Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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USA zu iranischer Atompolitik, MoJ, ZiB 2, 22.8.2006

Kriegsszenarien gibt es nach wie vor, in den Medien wird darueber diskutiert, aber sie bleiben deutlich im Hintergrund.
Im Gegenteil: es faellt auf, wie extrem vorsichtig die Regierung in der Iranfrage im Augenblick taktiert.
Das war nicht immer so, etwa Dick Cheney, der Vizepraesident hat ja immer wieder auch solche Kriegsszenarien gezeichnet.
Aber im vergangenen Fruehjahr, da hat sich eben Condoleeza Rice gegen Dick Cheney durchgesetzt und die USA haben sich am Verhandlungsangebot gegenueber Teheran beteiligt.
Man moechte jetzt ganz sicher alles vermeiden, das es dann moeglich machen wuerde Washington die Schuld am Scheitern zu geben.
Und man versucht alles zu tun, um dieses Allianz der Grossmaechte gegenueber Teheran nicht zu gefaherden, zu der ja nicht nur die Europaer und die USA gehoeren, sondern auch Russland und China.
Diese Koalition ist sicher nicht so fest, wie man sich das in Washington wuenschen wuerde. Iranische Atomwaffen will natuerlich niemand haben, auch Russland und China nicht.
Die iranische Fuehrung hat mit ihren kriegerischen Aeusserung vor allem gegen Israel dort viel Kredit verspielt.
Aber umgekehrt hat der Libanonkrieg die Glaubwuerdigkeit der USA beeintraecfhtigt, vor allem dass sich USA wochenlang einen Waffenstillstand abgelehnt haben.
Die Iraner werden sicher versuchen diese Gegensaetze noch zu vertiefen. Es geht ja in der Auseinandersetzung vor allem um die Urananreicherung. Die scheinen ja zu sagen: als Vorbedingung fuer Verhandlungen lehnen wir es ab, dass die Urananreicherung suspendiert wird. Aber wenn einmal ernsthaft verhandelt wird, dann kann kann ueber alles gerede werden, auch ueber Urananreicherung.
Aber ob es im Sicherheitsrat so rasch Einigkeit ueber Sanktionen geben wird, wie sich das der amerikanische UNO-Botschafter vorstellt, wage ich zu bezweifeln.



 

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