Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Ukrainischer Präsident in Brüssel, AJ, 1.3.2010

Viktor Janukowitsch gilt als prorussischer Politiker in der Ukraine. Knapp hat er die letzten Präsidentschaftswahlen gewonnen vor allem mit Hilfe der Stimmen aus den östlichen, russophilen Teilen Ukraine. Aber mit seiner ersten Auslandsreise nach Brüssel will der neue ukrainische Präsident zeigen, dass auch unter seiner Führung die Annäherung an Europa die wichtigste aussenpolitische Priorität der Ukraine bleibt
Obwohl in Moskau Vladimir Putin, der langjährige russische Verbündete ruft, ist Viktor Janukowitsch zu seiner ersten Auslandsreise in den Westen, zur Europäischen Union nach Brüssel gekommen. Den Europäer verspricht Janukowitsch ein Ende des Chaos bei den Gaslieferungen aus Russland dank einer ausgewogenen Balance zwischen Ost und West und der Modernisierung des Transportwesens in der Ukraine.
OT JANUKOWITSCH
Selbst an der Zusammenarbeit mit der NATO will Janukowitsch vorläufig nichts ändern, auch wenn die von seinem Vorgänger ersehnte NATO-Mitgliedschaft nicht mehr das Ziel ist. Die Ukraine soll ein paktungebundenes Land sein, so versprach der neue Präsident schon letzte Woche.
Die Europäische Union nimmt Janukowitsch beim Wort und verspricht Hilfe bei geplanten wirtschaftlichen Reformen. Chancen auf Finanzmittel aus der EU hat das Land allerdings nur, wenn das innenpolitische Chaos in Kiew beseitigt ist und erst nachdem auch der Internationale Währungsfonds wieder Mittel zur Verfügung stellt. Geht alles gut, könnte ein Abkommen über eine ukrainisch-europäische Freihandelszone bereits binnen eines Jahres ausgehandelt werden. Um vieles weiter entfernt ist man dagegen von der von der Ukraine erhofften Aufhebung der Visumpflicht.
OT BArroso
Immerhin, an einem Fahrplan wie man in ferner Zukunft einmal zum visafreien Reisen für ukrainische Staatsbürger in Europa kommen will, wird gearbeitet, bestätigt Kommissionspräsident Barroso.

 

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