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Vor Bushs Lateinamerikareise,
ZiB 2, 8.3.2007
George Bush ist heute zu einer
mehrtaegigen Lateinamerikareise aufgebrochen. Innerhalb einer Woche wird
der amerikanische Praesident fuenf Laender besuchen, den Anfang macht
heute Brasilien. Doch wenn Bush hofft fuer kurze Zeit den in Washington
tobenden Kontroversen um seine Irakpolitik zu entgehen, dann koennte das
eine Taeuschung sein: in Lateinamerika macht den USA Erbfeind Hugo Chavez
das Leben schwer. Chavez will sogar persoenlich gegen Bush demonstrieren.
Lautstarke Proteste haben schon tage vor dem Aufbruch des Praesidenten
zu den unruhigen Nachbarn im Sueden eingesetzt.
Es wird keine leichte Reise werden fuer George Bush.
Jahrelang war Lateinamerika ein Nebenschauplatz fuer den amerikanischen
Praesidenten.
Der Irak und der Antiterrokampf beanspruchen alle Energien der Supermacht.
Die Luecke fuellt geschickt Venezuelas Hugo Chavez. Mit antiamerikanischer
Rhetorik und Sozialprogrammen fuer die Armen macht Chavez den USA ihre
traditionelle Einflussspaehre streitig
Oel aus Venezuela finanziert inzwischen linke Bewegungen in ganz Lateinamerika.
Die USA sind an Armutsbekaempfung in Lateinamerika hochinteressiert, beteuert
der Praesident vor seiner Abreise.
freier Handel und Demokratie seien das wichtigste fuer ein besseres Leben.
Der Drogenhandel die allergroesste Gefahr.
Ich bringe eine Botschaft der Hoffnung, und wir haben auch einiges erreicht.
Die Hilfe fuer Erziehung und Sozialprojekte in Lateinamerikas ist verdoppelt
worden, doch dafuer dankt uns niemand.
Noch nie konnte ein amerikanischer Praesident auf so wenige echte Verbuendete
in Lateinamerika zaehlen wie George Bush. Selbst im mehrheitlich konservativen
Kolumbien und beim Nachbarn Mexiko ueberwiegt die Skepsis. Die ersten
Gespraechspartnern des Praesidenten werden bezeichnenderweise die Vertreter
der gemaessigten Linken gehoeren, allen voran Brasiliens Praesident Lula.
Ethanol, der Treibstoff aus der Landwirtschaft, der in Brasilien so populaer
ist, soll auch in den USA einmal helfen die Abhaengigkeit von Erdoel zu
verringern.
Doch Herausforderer Hugo Chavez, der wie vor ihm Fidel Castro einen lateinamerikanischen
Sozialismus begruenden will, wird Bush auf seiner Reise nicht loslassen.
Waehrend der Praesident in Uruguay auf Staatsbesuch ist, will Chavez im
benachbarten Argentinien demonstrieren gehen.
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