Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Vor Sharonbesuch bei Bush in Texas, MoJ, 11.4.2005

Der Besuch Ariel Sharons auf der Ranch des Praesidenten in Texas ist eine Ehre, die nur wenigen Politikern zuteil wird. Sie ist als demonstrative Unterstuetzung des in Israel so heftig umstrittenen Abzugsplanes fuer Gaza gedacht. Eine symbolische Geste, die dem israelischen Ministerpraesidenten gegenueber seinen Widersachern von rechtsaussen den Ruecken staerken soll. Aber gerade die letzten Tage haben gezeigt, wie bruechig die juengste Entspannung zwischen Israelis und Palaestinensern ist. In Gaza wird trotz offiziellem Waffenstillstand wieder geschossen und die israelischen Plaene zum Ausbau einer Siedlung bei Jerusalem haben einen Sturm der Entruestung bei den Palaestinsern ausgeloest.
Dass die USA die geplanten 3500 Wohnungen in der Suedlung Maale Adunim bei Jerusalem ablehnen, weil das im Widerspruch zu den Verpflichtungen der sogenannten Road Map zum Frieden steht, hat George Bush vor dem Treffen mit Sharon noch einmal klargemacht. Auch im Vieraugengespraech mit seinem israelischen Partner werde er diese Haltung zum Ausdruck bringen, versicherte George Bush.
Trotzdem wird man heute wohl alles tun, damit diese Differenzen das amerikanisch-israelische Treffen nicht ueberschatten. Sharon hofft sowieso, dass der amerikanische Praesident seine Meinung wiederholen wird, Israel werde auch bei einem endgueltigen Frieden einige Gebiete der Westbank behalten koennen. Fuer die Umsetzung des von Israel als historisch bezeichnete Abzugsplan aus Gaza , inklusive der Aufloesung der juedischen Siedlungen, kann Sharon auf jeden Fall die immer wieder ausgesprochene Unterstuetzung Amerikas dringend brauchen.
Palaestinenserpraesident Mahmoud Abbas, der bei aller Zustimmung zum Gaza-Abzugsplan fuerchtet, dass Israel danach umso unnachgiebiger an der Westbank festhalten wird, wird kommenden Monat zu einem Besuch in Washington erwartet.


 

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