Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Bush in Europa - Vorschau, Morgenjournal, 3.6.2004

Nach dem Fruehstueck wird George Bush heute noch kurz den australischen Premierminister John Howard, einem engen Verbuendeten im Kampf gegen den Terrorismus treffen, dann setzt Air Force One ab in Richtung Europa. Ein richtiggehender Reigen von Gipfeltreffen auf allerhoechster Ebene beginnt, der heute in Rom seinen Anfang nimmt und Ende des Monats mit dem NATO-Gipfel in Istanbul sein Ende finden wird.

Wenn George Bush zur Erinnerung an die Befreiung Westeuropas von den Nazis in den alten Kontinent kommt, dann zieht er unmissverstaendliche Parallelen zur aktuellen Weltpolitik . Die demokratischen Allianzen von damals, die den Nationalsozialismus und dann den Kommunismus niedergerungen haben, sollen Vorbild fuer den gemeinsamen Kampf gegen denTerrorismus heute sein, zu dem er auch den Krieg im Irak zaehlt.Die Terroristen wollen so wie andere totalitaere Bewegungen auch, eine Gesellschaft, in der Meinungsunterschiede niedergewalzt werden und in der Alle in gleichgeschalteter Konformitaet leben muessen, so George Bush gestern in Collorado.Aber der Praesident kommt in ein Europa, das mit so kuehler Distanz nach Amerika blickt wie schon lange nicht. Die engsten Verbuendeten, wie Silvio Berlusconi, den er heute in Rom trifft, und Tony Blair sind innenpolitisch angeschlagen. Mit Jacques Chirac und Gerhard Schroeder, den Kritikern des vergangenen Jahres, tauscht der Praesident zwar jetzt Freundschaftsbezeugungen aus. Aber zusaetzliche aktive Unterstuetzung der Europaer wird es fuer die USA im Irak in den naechsten Monaten wohl keine geben, trotz eines politischen Anlaufs in Bagdad mit der neuen Regierung. Die urspruengliche Hoffnung Washingtons, dass nach einem neuen UNO-Mandat die NATO auch mit europaeischen Soldaten zu Hilfe kommen wuerde, hat man weitgehend aufgegeben.Zumindest eines ist dem Praesidenten auf jeden Fall sicher in den kommenden Wochen: zahlreiche Familienfotos, die den Vorwurf widerlegen sollen, die Beziehungen zwischen der Supermacht Amerika und den Verbuendeten seien nach wie vor gestoert.

 

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