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Waffendiskussion nach Massaker,
ZiB 2, 18.4.2007
Der Amoklaeufer von Virginia
war ein Einzelgaenger ohne Freunde, mit aufgestauten Aggressionen, die
schliesslich in so furchtbarer Weise zum Ausdruck kamen.
Zu spaet erinnern sich Professoren und Studenten an die Gewaltphantasien
in seinen Aufsaetzen.
LUCINADA ROY
ENGLISCH LEHRERIN
Es war Selbstmord gefaehrdet mit starken Depressionen, es war so total
negativ, man sprach voellig ins Leere mit ihm.
Vor zwei Jahren schickten ihn die Lehrer in psychiatrische Behandlung.
Doch von dieser Geschichte wussten die Waffenhaendler nichts, die dem
23jaherigen Studenten aus Korea vor wenigen Wochen die beiden Tatwaffen
verkauften.
JOHN MARKELL
WAFFENHAENDLER
Es war eine voellig neue Pistole, er hat auch Munition dazu gekauft.
571 Dollar kostet die Glock 19.
JOHN MARKELL
WAFFENHAENDLER
Er war ganz und gar nicht nervoes, er wusste was er wollte, ein ganz normaler
Vorgang.
Zum Pistolenkauf musste Cho den Fuehrerschein und die Aufenthaltgenehmigung
vorweisen. Der beim Kauf von Schusswaffen in Virginia Online durchgefuehrte
Backgrund Check brachte nichts Auffaelliges zu Tage.
CHRISTIAN LININGER AUS ROANOKE, VIRGINIA
Die Waffengesetze sind in den letzten Jahren immer lockerer geworden in
den USA. Ein Erfolg der National Rifles Association, eine der maechtigsten
Lobbys in Washington.
Eine knappe Mehrheit der Amerikaner befuerwortet seit langem strengere
Regeln. Aber diese Mehrheit wird seit dem 11.September immer kleiner.
Im Kongress in Washington standen strengere Waffengesetze schon lange
nicht mehr zur Debatte. Auch die Demokraten scheuen das heikle Thema.
Die letzte Gesetzesaenderung gab es unter Bill Clinton.
Danach kam das Massaker an der Columbine High School mit 15 Toten. Eine
Schule in den Appachen, Red Lake High School, 8 Tote, das Amisch School
House in Pennsylvania und jetzt die Technische Hochschule von Virginia
EDWARD KENNEDY, DEMOKRATISCHER SENATOR
Nur Ted Kennedy, der liberale Senator, draengt zu Konsequenzen.
Amerika befindet sich in einem politischen Wandlungsprozess. Ob die Tragoedie
von Virginia Tech eine neue Debatte um die Waffengesetze ausloesen kann,
muss offen bleiben.
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