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Weltbank in Turbulenzen, MoJ,
5.5.2007
Nach wie vor ungeloest ist
die Zukunft von Weltbankchef Paul Wolfowitz. Trotz eines wachsenden Chors
von Ruecktrittsaufforderungen haelt Praesident Bush an dem ehemaligen
Stellvertretende Verteidigungsminister im Pentagon fest. Wolfowitz wird
Nepotismus im Zusammenhang mit ungewoehnlichen Lohnerhoehungen fuer seine
in der Weltbank arbeitenden Freundin vorgeworfen. Die Polemik um Wolfwitz
droht jetzt zu einer Existenzkrise fuer die Bank selbst zu werden.
Jahrzehntelang war die Weltbank eine der wichtigsten Saeulen des internationalen
Finanzsystems. Guenstige Kredite finanzieren teure Entwicklungsprojekte
in der Dritten Welt. Im Gegenzug pocht die Bank auf Sparsamkeit, Privatisierung
und marktwirtschaftliche Reformen. Linke Kritiker sprachen von wirtschaftspolitischem
Druck aus Washington, der die gesellschaftliche Ungleichheit nur immer
groesser macht Sie fuehlen sich durch die gegenwaertige Krise um Weltbankpraesident
Wolfowitz bestaetigt. Anfang der Woche hat Venezuelas unbequemer Praesident
Hugo Chavez mit grossem Pomp den Austritt seines Landes aus Weltbank und
Waehrungsfonds angekuendigt. Argentinien und Brasilien haben ihre Schulden
schon vor laengerer Zeit fruehzeitig zurueckgezahlt. Bolivien entschloss
sich zu einem Teilrueckzug und die linksnationalistische Regierung Ekuadors
hat den lokalen Weltbankvertreter gar des Landes verwiesen. Mehrere ehemalige
lateinamerikanische Finanzminister haben sich jetzt den Ruecktrittsaufforderungen
gegen Wolfowitz angeschlossen, um einen noch groesseren Glaubwuerdigkeitsverlust
der Weltbank zu vermeiden. Amerika freundliche Wirtschaftspolitiker fuerchten,
dass jede neue Enthuellung Wasser auf den Muehlen von Hugo Chavez und
seinen Verbuendeten ist. Wie rasch die Weltbank diese ihre bisher groesste
Fuehrungskrise beilegen kann, ist unklar. Wolfowitz hat inzwischen einen
der bekanntesten Antwaelte Amerikas engagiert. Das koennte ein Zeichen
sein, dass er um die finanzielle Abgeltung eines Ruecktritts pokert. Es
koennte aber auch sein, dass Paul Woflowitz die Krise nach wie vor durchstehen
will.
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