Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Weniger Terrorverdaechtige, SoJ, 12.6.2005



400 potentielle Terroristen seien amerikaweit in den letzten Jahren
festgenommen worden, behauptet stolz die Regierung, ein Beweis dafuer wie
gut ihr Antiterrorkampf funktioniert. Voellig falsch, sagt jetzt die
Washington Post, die jeden einzelnen dieser Faelle untersucht hat.
Hoechstens 39 Verurteilungen haetten auch nur im entferntesten mit
Terrorismus zu tun. Nur 14 Personen konnte man Verbindungen zu Al Kaida
nachweisen. Dagegen zaehlt die Washington Post Hunderte auf der
Terrorliste des Justizministeriums, die in Wirklichkeit wegen Visavergehen,
falschen Aussagen oder Diebstahl belangt wurden. Ein sudanesicher
Schauspieler ist darunter, der zufaellig den gleichen Namen hat, wie in
Mitarbeiter Osama Bin Ladens. Ebenso drei New Yorker Greisler, die eine
Ladung Cornflakes gestohlen haben, und nur deshalb ins Visier des FBI kamen,
weil sie arabischer Abstammung sind. Die Betroffenen sind zum Teil laengst
wieder in Freiheit und wissen oft gar nicht, dass sie immer noch als
Terroristen gefuehrt werden.
Experten halten die inflationaere Verwendung des Terrorismusbegriffs fuer
gefaehrlich. Entweder gibt es die gefaehrlichen Al kaida Schlaeferzellen auf
amerikanischen Boden gar nicht, meine eine Politikwissenschaftlerin aus
Connecticut, oder wir haben sie noch nicht entdeckt. In beiden Faellen waere
das kein Ruhmesblatt fuer die Regierung.

 

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