Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Wirtschaftskrise und EU-Politik, ZiB 1, 10.3.2009

Spera Danielle (ORF)
Der US-Vorstoß für stärkere Konjunkturmaßnahmen ist also deutlich
abgelehnt worden. Raimund Löw in Brüssel, aber eigentlich wollten
die Europäer doch enger mit der Regierung Obamas zusammen
arbeiten.
Löw Raimund (ORF)
Die Europäer möchte nicht gedrängt werden mehr Geld auszugeben
und sie bezweifeln ein bisschen die Kompetenz der Amerikaner, weil
ja in Amerika bekanntlich die Krise begonnen hat. Tatsache ist
natürlich schon, dass wir inzwischen in einer tiefen,
weltumspannenden Rezession stecken und das Argument der Regierung
Obama, da müssten Europäer und Amerikaner an einem Strang ziehen,
auch in der Konjunkturpolitik, hat sicherlich einiges für sich.
Spera Danielle (ORF)
Österreich fordert verstärkte Hilfe für Osteuropa. Jetzt ist mit
dem Hilferuf aus Rumänien genau die befürchtete Situation
eingetreten. Wird die österreichische Initiative jetzt offener
aufgenommen?
Löw Raimund (ORF)
Es gibt nur langsam Fortschritte. Nach wie vor heißt es, man will
kein umfassendes Osteuropa-Stabilisierungsprogramm, sondern man
will von Fall zu Fall entscheiden. Rumänien wird ganz sicherlich
unterstützt werden, aber dieser Krisenfond für Länder mit
Zahlungsproblemen, aus dem die meisten Gelder in solchen Fällen
kommen, in dem jetzt 25 Milliarden Euro drinnen sind, der soll
nach deutschen Vorstellungen im Augenblick nicht aufgestockt
werden. Österreich sieht das anders.
Spera Danielle (ORF)
Auch das Bankgeheimnis ist weiter ein Thema: ist die Gefahr
eigentlich abgewendet, dass Österreich und die Schweiz auf eine
schwarze Liste kommen?
Löw Raimund (ORF)
Das kann man sich sehr schwer vorstellen. Die Schweiz,
Österreich, Luxemburg sind zurzeit so flexibel wie wahrscheinlich
nie zuvor. Alle betonen, man will mit Steuerbehörden anderer
Länder zusammen arbeiten. Das heißt, für Österreicher in
Österreich für Schweizer in der Schweiz ändert sich am
Bankgeheimnis nichts. Wie viel sich für ausländische Anleger in
diesen Staaten ändern wird, das wird man erst nach Verhandlungen
sehen.



 

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