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Wolfowitz unter Beschuss,
ZiB 2, 13.4.2007
Eigentlich sollte es um neue Wege zur Bekaempfung der extremen Armut in
der Welt gehen, wenn sich die internationale Finanzwelt in Washington
zur Jahrestagung bei Weltbank und Waehrungsfonds trifft.
Aber Schlagzeilen macht diesmal der Weltbankchef selbst.
Seit Tagen beherrscht die Affaire um Paul Wolfowitz die Medien. Es hagelt
Ruecktrittsforderungen.
Seiner Lebensgefaehrtin habe er regelwidrig zu grossen Lohnerhoehungen
verholfen, ein unverzeilicher Verstoss gegen die ethischen Prinzipien
der Bank.
In aller Form muss sich Wolfowitz fuer Fehler entschuldigen, die ihn nun
auch seinen Job kosten koennten.
George Bush hat Wolfowitz einst zu seiner Position verholfen.
Der fuehrende Neokonservative Politker ist einer der Architekten des Irakkrieges
gewesen. An der Planung der Invasion war er als Stellvertretender Verteidigungsminister
ganz wesentlich beteiligt.
Einem Rebellenangriff im Irak ist er vor Jahren nur ganz knapp entkommen.
Viele ehemalige Vertraute aus dem Pentagon hat Wolfowitz mitgenommen in
den neuen Job, zur geringen Begeisterung der selbstbewussten Oekonomen
der Bank.
Unter seiner Fuehrung beharrt die Weltbank bei
Krediten an arme Drittweltlaender auf sehr strengen Vorschriften gegen
Korruption.
Jetzt muss sich die fuer Entwicklungshilfe zustaendige Institution selbst
gegen den Verdacht des Nepotismus und der Protektionswirtschaft wehren.
Formell liegt das Schicksal von Paul Wolfowitz in den Haenden des Exekutivrates
der Weltbank. Dort haben jedoch die USA das Sagen und George Bush will
den Weltbankchef halten. Ob sich die europaeischen Teileigentuemer, zu
denen auch Oesterreich gehoert, auf die Forderung nach einer Abberufung
einigen koennen, wird sich in den kommenden Tagen weisen. Es waere auf
jeden Fall ein beispielloser Vorgang.
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