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Woodward und der Spionageskandal,
AJ, 17.11.2005
In Washington ist Bob Woodward
eine Institution, der Watergate-Aufdecker
hat Zugang zu Praesidenten und Ministern wie kein anderer. Und er weiss
Geheimnisse fuer sich zu behalten. Dementsprechend hat die Nachricht,
dass
der Starjournalist bis ueber die Ohren im Geheimnisverratsskandal des
Weissen Hauses steckt, wie eine Bombe eingeschlagen. Vergangenen Montag
sagte Woodward vor Sonderstaatsanwalt Patrick Fitzgerald aus, dass auch
er
von einem Mitarbeiter des Weissen Hauses ueber die Identitaet der
CIA-Geheimagentin Valery Plame informiert wurde. Und zwar Wochen vor allen
anderen Kollegen, denen diese Information ebenfalls zugesteckt wurden,
moeglicherweise aus Rache am Ehemann Plames, einem prominenten
Bush-Kritiker. Woodward hat diese Information fuer sich behalten, er
arbeitet an einem Buch ueber die zweite Amtszeit George Bush. Auch als
der
Fall Plame laengst Schlagzeilen machte, liess der prominente Journalist
selbst seine eigene Zeitung, die Washington Post, im Dunkeln, weil er
seiner Quelle Vertraulichkeit zugesagt hatte. Beim veraergerten Herausgeber
der Washington Post musste sich Bob Woodward jetzt entschuldigen. Ueber
seine ueberraschende Enthuellung freut sich Lewis Libby, der ehemalige
Stabschef des Vizepraesidenten, der als einziger in der ganzen Affaire
bisher angeklagt wurde. Denn nun ist klar, dass nicht er, Libby als erster
die Informationen ueber die CIA-Agentin unter Journalisten verbreitet
hat.
Andererseits bestaetigt Woodwards Enthuellung aber den Eindruck, das Weisse
Haus habe ziemlich systematisch versucht die geheime Identitaet Valery
Plames in die Medien zu bringen. Wer genau der geheimnisvolle neue
Informant Woodwards ist, ist nicht bekannt.
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