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Kriegsgipfel Bush-Blair, ZIB 1, 26.3.2003 Es wird wohl ein nachdenkliches Treffen werden zwischen George Bush und Tony Blair heute Nacht unserer Zeit in Camp David. Die wachsende Zahl ziviler Opfer belastet die Glaubwürdigkeit der Allierten schwer. Denn George Bush und Tony Blair wird es mit jedem Fehltreffer schwerer zu erklären, dass sie diesen Krieg nicht gegen den Irak sondern ausschließlich gegen die Machthaber in Bagdad führen. Auch auf internationaler Ebene arbeitet die Zeit gegen die Allierten. Zwar sind sowohl der Präsident als auch der Premierminister durch eine Welle des Patriotismus im eigenen Land gestärkt. Aber auf der Bühne der Weltpolitik ist eine Sammlung hinter der Führungsmacht Amerika ausgeblieben. Im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verlangt Rußland unbeirrt ein Ende der Kämpfe und die Wiederaufnahme der Waffeninspektionen. UNO-Blauhelme sollen die Armeen trennen, heißt es aus Moskau. Frankreich, dass diesen Waffengang verhindern wollte, lehnt sich nobel zurück und versichert, man werde einer nachträglichen Legitimierung des Krieges durch die UNO nicht zustimmen. Tony Blair war es, der die Bush-Regierung ursprünglich zum Weg in die Vereinten Nationen gedrängt hat. Der Versuch ist gescheitert. Trotzdem möchte Blair dem amerikanischen Präsidenten jetzt die Zusicherung abringen, dass die Verwaltung des Irak nach einem gewonnen Krieg die gesamte Staatengemeinschaft in Gestalt der Vereinten Nationen übernehmen soll und nicht die Siegermächte alleine. Eine zukünftige UNO-Verwaltung im Irak, so ähnlich wie in Bosnien oder in Kosovo, das könnte helfen die tiefen Risse zwischen den Mächten zu kitten, glaubt man in London. Aber die Vereinten Nationen sind unpopulär in der gegenwärtigen Regierung in Washington. UNO-Freund Außenminister Colin Powell kämpft sogar mit Rücktrittsgerüchten. Tony Blair wird einmal mehr harte Überzeugungsarbeit leisten müssen bei George Bush.
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