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US Präsidentschaftswahlen:
Clark kandidiert, Morgenjournal, 17.9.2003
Neun Bewerber um die demokratische
Präsidentschaftskandidatur gibt es bereits, heute will ein zehnter
seine Kandidatur bekannt geben: Wesley Clark, der hochdekorierte ehemalige
Oberkommandierende der NATO aus der Zeit des Kosovokriegs. Clark wird von
vielen Demokraten als Hoffnungsträger in einer innenpolitisch schwierigen
Situation angesehen.
Offiziell ist es noch nicht, erst heute will der ehemalige NATO-Befehlshaber
seine Kandidatur bekannt geben. Im heimatlichen Little Rock, der Hauptstadt
von Arkansas, von wo aus schon Bill Clinton der Sprung nach Washington gelungen
ist. Und aus dem Kreis um Bill Clinton kommen auch viele Mitarbeiter einer
zukünftigen "Clark for President" Kampagne. Erst gestern
hat in North Carolina ein populärer Senator aus dem Süden, John
Edwards, verkündet, dass er ebenfalls antreten will. Was viele Demokraten
jedoch besonders an Wesley Clark interessiert, das ist die attraktive Kombination
militärischer Erfahrung und liberaler politischer Ansichten.
Clark hat in Vietnam gekämpft und während des Kosovo-Krieges befehligte
er die NATO: In Zeiten des Krieges gegen den Terrorismus ein starker Pluspunkt.
Die Republikaner würden es wohl schwer haben einen Mann mit einer solchen
Karriere als Schwächling zu verunglimpfen, wenn er die Regierungspolitik
kritisiert. Gleichzeitig vertritt Clark in gesellschaftspolitischen Fragen
ausgeprägt liberale Ansichten. Clark tritt für das Recht auf Abtreibung
ein, er befürwortet Umweltschutz und möchte Minderheiten fördern.
Bushs Wirtschaftspolitik hat er ebenso kritisiert wie den Irakkrieg.
Clark sagt, Amerika steckt in tiefen Schwierigkeiten, sowohl intern als
auch extern. Das erfordere Führung mit Visionen, und die traut er sich
zu.
Das größte Handicap des zehnten demokratischen Kandidaten ist
die geringe politische Erfahrung und das Fehlen einer Kriegskasse. Während
etwa der beim demokratischen Parteivolk sehr populäre Howard Dean aus
Vermont in den wichtigen Bundesstaaten bereits ein Netz von Aktivisten gewonnen
hat, muss Wesley Clark ebenso wie die anderen Späteinsteiger zu einem
späten Zeitpunkt bei null beginnen. Aber viele führende Demokraten
bezweifeln, dass der für amerikanische Verhältnisse relativ links
stehende Dean bei Präsidentschaftswahlen gegen Bush bestehen könnten.
Viele setzen ihre Hoffnungen daher jetzt in Wesely Clark.
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