|
Globalisierungsseminar
Unser Thema heute:
diese gigantische Internationalisierung
· sowohl der Wirtschaft
· als auch der Kultur,
· der Medien, der Kommunikation und die damit verbundene
· sprunghaft angestiegene Mobilität in entwickelten Welt,
zum Teil aber auch in armen Ländern,
der unter Begriff "Globalisierung" zusammengefaßt ist,
monatelang das zentrale Thema internationalen Diskussion: mit Zeitungsaufmachern,
TV-Dokumentationen und unzähligen Disk.beiträgen aus allen Disziplinen.
Seit Seattle vor zwei Jahren
entlang dieses Begriffs Potestbewegung entstanden,
· die von Gipfel zu Gipfel breiter und vielfältiger wurde,
· und trotz Gewaltaspekts, der stets präsent war, wachsende
Sympathien in Öffentlichkeit - zumindest Europa
· Bewegung, die wie Jugendbewegung 60erJahre in Amerika entstanden,
Seattle, bei aller Unklarheit, was genau gemeinsame Ziele, unterschiedliche
zum Teil völlig widersprüchliche Forderungen, eindeutig: Mißtrauen
gegen diese kapitalistische Weltordnung, tiefer Zweifel an Fähigkeit
Systems Probleme dieser Erde zu lösen.
Bewegung die Produkt war einer
der innovativsten, revolutionärsten und vielleicht produktivsten
Phasen dieses kap.Wirtsystems, eben die Phase die mit Begriff Globalisierung
verbunden ist.
Daher auch unser Titel heute:
Bedrohung und Chance, der die beiden großen Pole dieser so lange
vorherrschenden weltumspannenden Debatte anspricht.
Das galt alles vor dem 11.September.
Scheinbar seit verheerenden
Anschlägen Globalisierungsthema in Hintergrund getreten.
Antiglobalisierungsbewegung in Nachdenkphase:
wie umgehen mit einem solchen Verbrechen, das in irgendeiner schrecklichen
Weise wahrscheinlich als Protestakt, als Widerstandsakt, als Angriff auf
Weltherrschaft des Finanzkapitals und amerikanischen Imperialismus gedacht
war?
War aber gleichzeitig derartiges
Zeugnis von Unmenschlichkeit, dass wohl keine ernsthafte Diskussion davon
unberührt bleiben kann. Antiamerikanische Reflexe, die noch vorher
gerade in Europa im Wachsen, plötzlich unmöglich geworden.
Französischer Vordenker
Daniel Bensaid : Islamischer Fundamentalismus ist Antiimperialismus des
dummen Kerls, in Anspielung auf August Bebel, damit Antiglobalisierungsbewegung
konfrontiert.
Rahmenbedingungen auch auf
der anderen Seite, auf der der Führungsmacht Amerika dramatisch verändert:
amerikanische Eliten sehr pragmatisch, das stets große Stärke,
und: nicht viel geblieben von ausgeprägt konservativen Prinzipien
der Bush Administration:
· statt Unilateralismus große Allianz gegen Terrorismus -
noch sehen, was genau bedeutet aber: auch extrem konservativer TEIL Amerikas
entdeckt braucht Zusammenarbeit Rest der Welt für eigene Sicherheit,
ganz wesentlich
· Paradigmenwechsel auch in Wirtschaftspolitik. Vorbei die Vorstellung
Markt allein kann alles Regeln: ohne mit Wimper zu zucken Kongreß
40 Mrd.Dollar für New York bewilligt, Luftfahrtindustrie erhielt
15 Mrd.Dollar. Ausgeglichenes Budget kein Thema mehr, staatliche Konjunkturbelebung
in USA das Thema - monetaristischen Dogmen scheinen plötzlich Makulatur.
Und in diesem Sinn vielleicht Anlaß zu Hoffnung, das was heute in
Amerika Mode ist, mit ziemlicher Sicherheit demnächst auch nach Europa
kommt.
Folgen beträchtlich, denn all das bedeutet: die Zeit des weniger
Staat könnte vorbei sein. Unter dem Vorzeichen des Kampfes gegen
den Terrorismus und der Abwehr der Rezession bekommt die Politik auch
im wirtschaftlichen Bereich wieder einen neuen Stellenwert.
Schon heisst es in Doha, bei
der Novembertagung WTO, wollen die USA dafür sorgen, dass auch finanzielle
Austrocknen Terrorismus Thema ist
Ist damit Tor geöffnet
zu Regulierungen der Finanzmärkte, gegen die man sich bisher so stark
gewehrt hat?
Das alles Frage, die wir hoffentlich
auch heute diskutieren werden und die belegen, wie aktuell unser Thema
heute ist.
Neue Situation unbestritten:
welche Auswirkungen auf Globalisierungsdebatte, ob neue Fronten und inwiefern
Feindbilder verschoben haben, auch das hoffentlich auch heute Teil der
Debatte.
Denn eines gilt sicher: auch
in dieser Debatte vieles nicht mehr so wie vor 11.September.
nach oben,
Fenster schließen
|