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Historiker und Journalist |
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| Irak-Analyse
vom 15.4.03, ZiB 1
Vor genau acht Tagen haben
die amerikanischen Panzer das Zentrum von Bagdad erobert. Jetzt sind die
Kampfhandlungen beendet, der Oberkommandierende Tommy Franks kann seine
Stellung beim Central Command verlassen. Er besucht die eroberte Hauptstad
ohne Triumphgehabe, aber doch als siegreicher Feldherr. Das klare Signal:
Die Allierten haben nach knapp vier Wochen ihre Kriegsziele erreicht.
Der Irak konnte nur das militärische Widerstandspotential eines schwachen
Drittweltstaates aufbringen. Kaum zu glauben, dass er einmal als große
Gefahr für den Weltfrieden angesehen wurde. Massenvernichtswaffen,
die ja der offizielle Kriegsgrund waren, konnten oder wollten die Generäle
Saddam Husseins nicht zum Einsatz bringen. Die Beseitigung dieses Regimes
war ein Akt der Befreiung, trotz der vielen Opfer und der großen
Zerstörungen. Die Tore der Gefängnisse haben sich seither geöffnet.
Die große Angst, mit der die Menschen Jahrzehntelang niedergehalten
wurde, ist geschwunden. Die Iraker wagen es auf die Straße zu gehen
und zu demonstrieren. Noch vor zehn Tagen wäre das undenkbar gewesen.
Dass es dabei auch zu tödlichen Schüssen von amerikanischer
Seite kommt zeigt, wie extrem schwierig die Situation für die neuen
Herren nun ist. Aber noch haben die USA die Chance die Bevölkerung
für einen Neubeginn zu gewinnen. Denn bei allem Antiamerikanismus
hat die Vielfalt der amerikanischen Demokratie eine
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