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Irakkrieg-Sechster Tag, ZIB 1, 25.3.2003 Das Gesamtbild, das sich an
diesem sechsten Kriegstag ergibt, ist relativ klar: der amerikanische
Vormarsch in Richtung der irakischen Hauptstadt geht weiter. Die Entscheidungsschlacht
um Bagdad steht möglicherweise unmittelbar bevor. Aber die Rahmenbedingungen,
unter denen diese Offensive abläuft, sehen anders aus, als erwartet.
Bisher gab es wenig Anzeichen, dass die irakische Bevölkerung die
Allierten als Befreier begrüßt: wenn es stimmt, dass sich in
der südirakischen Stadt Basra wirklich Teile der Bevölkerung
gegen die regimetreuen Milizen erheben, dann wäre das eine neue und
für die Allierten höchst willkommende Wendung. Aber viele Iraker
können dem Versprechen offensichtlich nicht so recht glauben, dass
die amerikanischen Soldaten Demokratie ins Land bringen werden. Dass wir
überhaupt von dem hartnäckigen irakischen Widerstand wissen,
hängt mit der im Vergleich zu früher viel offeneren Informationspolitik
des Pentagon zusammen. Insgesamt 500 Reporter sind mit den Truppen unterwegs
und sie berichten nicht nur von den Erfolgen, sondern - trotz aller Einschränkungen
- auch von den Rückschlägen ihrer Einheiten. So wissen wir,
dass es oft nicht die regulären Truppen sind, die sich den Amerikanern
und Briten entgegenstellen, sondern bewaffnete Zivilisten. Genau darauf
setzt das Regime in Bagdad: daher zeigt das irakische Fernsehen wieder
und wieder die Geschichte von dem einfachen Bauern, der mit seinem Gewehr
angeblich einen amerikanischen Helikopter abgeschossen hat. Daher die
Bedeutung, die für das Regime jeder einzelne gefangene amerikanische
Soldat hat, den man vorzeigen kann. Es ermöglicht es Saddam Hussein
sich in der ganzen arabischen Welt als Symbol eines heroischen Widerstandes
gegen den Westen darzustellen. Je länger dieser Krieg dauert ohne
dass sich relevante Teile der Bevölkerung auf die Seite der Amerikaner
und Briten stellen, desto größer wird auf jeden Fall der politische
Preis für die Allierten.
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