Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Irak: Die Bilder der toten Söhne, ZiB 1, 24.7.2003

Die amerikanische Führung hat lange überlegt, bevor man die Fotos der
getöteten Söhne Saddam Husseins freigegeben hat. Denn Bilder zermarterter
Körper, und seien es auch die von verhassten Folterknechten, rufen ganz
unterschiedliche Reaktionen hervor. So verunstaltet sind die Gesichter der
Toten, die uns als die Söhne Saddahm Husseins Kusai und Udai präsentiert
werden, dass niemand sagen kann, ob in der irakischen Bevölkerung die
Erleichterung über ihr Verschwinden größer sein wird, oder das Entsetzen
über die Umstände eines schrecklichen Todes. Aber viele Iraker glauben
wilden Verschwörungstheorien und wollten die einfache Meldung über das
fatale Feuergefecht in Mossul nicht glauben. Das Pentagon glaubte daher
trotz aller Skrupel keinen anderen Ausweg zu haben, als einige der Beweise
zu veröffentlichen, die es für den Tod der beiden Söhne des Diktators
gibt. Man hofft damit den Bann des alten Regimes über ein Land zu brechen,
das man eigentlich befreien wollte. Den Irakern sollen die Bilder des
heutigen Tages demonstrieren, dass auch die Jagd nach Saddam Hussein selbst
noch erfolgreich sein kann.

 

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