Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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US Waffeninspektoren: Keine Waffenfunde im Irak, Morgenjournal, 3.10.2003

Seit fast einem halben Jahr suchen Experten des amerikanischen Geheimdienstes CIA bereits nach den irakischen Massenvernichtungswaffen, deretwegen der Irakkrieg nach Darstellung der amerikanischen und britischen Regierung ja geführt wurde. Gestern legte der Chef der amerikanischen Waffeninspektoren, David Kay, dem Kongress in Washington einen ersten Zwischenbericht vor. Massenvernichtungswaffen haben die Amerikaner danach bisher keine gefunden, allerdings zahlreiche vor der UNO geheimgehaltenen Geheimanlagen.
David Kay, der Chef der amerikanischen Waffeninspektoren, kennt den Irak aus früheren Zeiten, als er noch für die Vereinten Nationen nach den verbotenen Waffen Saddam Husseins suchte. Die von ihm geleitete 1200 Mann starke Sondereinheit überprüft seit vergangenen Mai Waffenfabriken und geheime Labors, Kasernen und Chemiefabriken.
Der Zwischenbericht, den die Senatoren gestern zu hören bekamen, ist kaum angetan weltweit die Zahl der Zweifler an der amerikanischen Irakpolitik zu reduzieren: denn reale Waffen, die eine akute Bedrohung dargestellt hätten, haben die Inspektoren nicht gefunden. Und das, obwohl der CIA im Irak von heute ungehinderten Zugang zu allen verdächtigen Orten hat.
David Kay berichtet dafür von dutzenden einst von der UNO geheim gehaltenen Aktivitäten, die auf Programme zur Entwicklung von Massenvernichtungswaffen hinweisen und die er als Beweis für die Absichten der irakischen Führung wertet in Zukunft Massenvernichtungswaffen herzustellen.
Darunter ein Gefängnislabor, in dem man möglicherweise einmal biologischen Waffen an Gefangenen testen wollte. Chemische Einrichtungen, die sowohl für zivile als auch militärische Zwecke einzusetzen gewesen wären. Und Labors in Privatwohnungen irakischer Wissenschaftler. Das Saddam Hussein in den letzten vier Jahren versucht hätte Atomwaffen zu produzieren, lasse sich aber zum Beispiel nicht beweisen.
Was genau mit jenem Teil des Arsenals verbotener Waffen geschehen ist, das nicht schon in den Neunzigerjahren von den UNO-Waffeninspektoren zerstört wurde, bleibt nach wie vor offen. David Kay sagt, es ist zu früh endgültige Schlüsse zu ziehen. Auch dass Saddam Hussein bei Kriegsausbruch keine Massenvernichtungswaffen mehr besessen habe, sei unbewiesen.
Die Suche der amerikanischen Inspektoren wird auf jeden Fall weitergehen. Und der politische Disput um die Interpretation dieses ersten Berichts hat bereits begonnen. Während der britische Außenminister Jack Straw darauf hinweist, dass Saddam Hussein offensichtlich zahlreiche Waffenanlagen vor den Vereinten Nationen versteckt hat, weisen die Kritiker auf das Fehlen von Beweisen für eine reale akute Bedrohung hin.


 

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